Hommage an die Pfeifen-Orgel

 

18. Oktober 1777 

 

„Die orgl ist doch in meinen augen und ohren der könig aller instrumenten.“
Wolfgang Amadeus Mozart

 

 

Eine Hommage an die Pfeifen-Orgel mit einem Dankeschön an die tollen Orgelbauer!

 

Warum geniesst die Orgel den Ruf als Königin der Instrumente? Nur wegen Mozart? Nein, eine ganze Reihe von Eigenschaften, welche ausschliesslich dieses aussergewöhnliche Instrument aufweist, machen diesen Ruf verdient.

 

Widmen wir uns zu Beginn der Physik. Der Grund warum das menschliche Ohr Klänge zu unterscheiden vermag, liegt in der Beschaffenheit des Klanges. Dieser setzt sich aus einem Grundton (die eigentliche Tonhöhe) und verschieden stark ausgeprägten Obertönen zusammen. So können wir unterscheiden, ob z.B. eine gezupfte Geige oder eine Harfe erklingt, obschon die gleiche Tonhöhe gespielt wird.

 

Die Orgel weist die grösste Klangvielfalt aller Musikinstrumente auf

 

Genau auf diesem physikalischen Prinzip baut die Kirchenorgel auf. Durch die Wahl der Register können Grund- und Obertöne beliebig kombiniert werden. Die daraus resultierende Klangvielfalt wird von keinem anderen (akustischen) Musikinstrument erreicht. 

 

Das einzige Musikinstrument, welches das ganze hörbare Spektrum des Menschen abzudecken vermag

 

Eine Orgel muss nicht gross sein, um das gesamte Hörspektrum abzudecken. Ein absolut intaktes Ohr hört ca. 10 Oktaven, von 20 Hz - 20'000 Hz. Bereits mittelgrosse Orgeln reichen von 32 Hz bis über 16'000 Hz, was ungefähr 9 Oktaven entspricht. Grosse Orgeln kommen sogar so tief, dass sie den Infraschallbereich erreichen. Diese Töne können nur noch als Vibration wahrgenommen werden.

 

Wie jedes gute Musikinstrument ein Unikat, doch damit nicht genug

 

Jede Kirchenorgel ist ein Unikat, das vom Orgelbauer in akustischer (und optischer) Hinsicht an die Kirchenräumlichkeit angepasst wird. Nur so kann ein optimales Klangbild erreichet werden. Wird das Instrument verändert, umplatziert oder gar in einer anderen Kirchenräumlichkeit aufgebaut, geht der ursprüngliche Klangcharakter verloren.

 

Fehlerspiel auf der Orgel? Unverzeihlich.

 

Das Zusammenspiel von hunderten von Flöten und das unverzeihliche Fehlerspielen hat Musiker immer wieder begeistert und herausgefordert. Da die Pfeifen an sich keine Dynamik im Spiel zulassen (die Lautstärke ist nicht per Tastenanschlag variierbar), ist ein präzises Spiel unerlässlich - eine Herausforderung für jeden Musiker, denn auch ein falscher „mitgeschleppter“ Ton erklingt in voller Lautstärke.

 

Mehr Möglichkeiten als gedacht

 

Viele Personen haben im Laufe der Zeit Neues auf der Kirchenorgel ausprobiert – nicht nur religionsgebundene Musik. So auch wir. Dabei haben wir festgestellt, dass dieses fantastische Instrument weit mehr Möglichkeiten zulässt und auch kleine Geheimnisse in sich birgt, welche wir mit Freude dem aufmerksamen Zuhörer aufdecken.